In der Altenpflege hast du oft die Wahl, denn der Fachkräftemangel ist real. Trotzdem lohnt sich ein sorgfältiger Lebenslauf: Er bringt dich in die Einrichtung, die zu dir passt, nicht in die erstbeste freie Stelle. Pflegedienstleitungen lesen gezielt: Welche Versorgungsform kennst du, stationär oder ambulant? Welche Behandlungspflege bringst du mit, und sind die Pflichtangaben vollständig? Wer das klar zeigt, landet schneller beim Vorstellungsgespräch.
So sieht ein überzeugender Lebenslauf als Altenpfleger/in aus
Das folgende Beispiel ist frei erfunden. Renate Sommer ist eine fiktive Persona, kein echter Mensch. Sie zeigt, wie ein Lebenslauf für eine Stelle in der stationären Altenpflege aufgebaut sein kann, und warum dieser Aufbau eine Pflegedienstleitung überzeugt.
Fiktiver Muster-Lebenslauf: Pflegefachfrau Renate Sommer, erstellt mit LebenslaufHeld.
Masernschutz vermerkt (gesetzliche Pflicht für Pflegeeinrichtungen) Für Personal in stationären Pflegeeinrichtungen, geboren nach dem 31. Dezember 1970, ist der Nachweis eines ausreichenden Masernimpfschutzes oder einer Immunität vor Tätigkeitsbeginn gesetzlich vorgeschrieben. Renate vermerkt den Nachweis in ihrem Lebenslauf. Damit kann die Einrichtung die Prüfpflicht sofort abhaken. Quelle: Infektionsschutzgesetz (IfSG) §20: Masernschutz für Personal in Pflegeeinrichtungen
Versorgungsform und Schichtmodell konkret benannt (Branchenkonvention) Stationäre Vollpflege und ambulanter Dienst stellen unterschiedliche Anforderungen. Renate benennt bei jedem Arbeitgeber die Einrichtungsart, die Bettenzahl und das Schichtmodell. Eine Pflegedienstleitung, die eine Station mit Drei-Schicht-Betrieb besetzt, sieht sofort, dass Renate das kennt, statt raten zu müssen. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, konkrete Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten pro Station zu nennen statt allgemeiner Floskeln. Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Lebenslauf schreiben
Behandlungspflege-Leistungsgruppen ausgewiesen (Branchenkonvention) Behandlungspflege LG1 und LG2 umfassen Leistungen wie Injektionen, Verbandwechsel und Katheterversorgung, die eine abgeschlossene Pflegeausbildung und Delegierbarkeit durch den Arzt voraussetzen. Renate nennt diese Leistungsgruppen explizit, statt sie unter dem unspezifischen Begriff Behandlungspflege zu verstecken. Das zeigt sofort das Qualifikationsniveau. Quelle: Branchenkonvention: Leistungsgruppen LG1/LG2 in Stellenausschreibungen der Altenpflege
Weiterbildungen datiert und mit Stundenzahl (Branchenkonvention) Palliative Care, Praxisanleitung und gerontopsychiatrische Fachkraft sind in der Altenpflege die Qualifikationen, die bessere Stellen und bessere Konditionen öffnen. Renate listet sie mit Anbieter, Jahr und Stundenzahl. Das zeigt echte Weiterbildung statt einen Kurs ohne Inhalt. Einrichtungen, die spezialisierte Bereiche besetzen, prüfen genau diese Angaben. Quelle: Branchenkonvention: datierte Weiterbildungsnachweise in Pflegebewerbungen
Berufserlaubnis nach PflBG und Masernschutznachweis sind gesetzliche Voraussetzungen für die Tätigkeit in der Pflege. Versorgungsform, Behandlungspflege-Leistungsgruppen und Weiterbildungen sind Konvention: in Stellenausschreibungen erwartet, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.
Typische Aufgaben
Grund- und Behandlungspflege älterer und pflegebedürftiger Menschen
Pflegeplanung und Dokumentation nach SIS (Strukturierte Informationssammlung)
Medikamentenmanagement und ärztlich angeordnete Behandlungspflege
Betreuung von Menschen mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen
Angehörigenberatung und Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten
Wichtige Hard Skills
Strukturierte Informationssammlung (SIS) und Pflegedokumentation (z. B. Vivendi, DAN)
Medikamentenmanagement und Betäubungsmittel-Dokumentation
Gefragte Soft Skills
Empathie und Geduld im Umgang mit Demenz
Belastbarkeit im Drei-Schicht-System
Teamfähigkeit und Verlässlichkeit
Beobachtungsgabe für Veränderungen im Zustand
Würdevoller, ruhiger Umgang in Pflegesituationen
Ausbildung & Qualifikation
Dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann (generalistisch seit 2020) bzw. examinierte/r Altenpfleger/in nach alter Ausbildungsordnung; ideal mit Weiterbildung wie Praxisanleitung oder Palliative Care.
Beispielformulierungen für den Lebenslauf
Eigenverantwortliche Versorgung von 12–15 Bewohnern pro Schicht in einer vollstationären Pflegeeinrichtung
Bezugspflege und SIS-Pflegeplanung für einen gerontopsychiatrischen Wohnbereich (24 Plätze)
Übernahme der Praxisanleitung für Auszubildende im 2. und 3. Lehrjahr
Häufige Fehler
Versorgungsform (stationär/ambulant) und Schichtmodell nicht nennen
Weiterbildungen wie Praxisanleitung oder Palliative Care verstecken
Häufige Fragen
Was unterscheidet den Lebenslauf für stationäre und ambulante Pflege?
In der stationären Pflege zählen Schichtdienst, Bewohnerzahl und Bezugspflege. In der ambulanten Pflege sind Tourenplanung, Führerschein und eigenständiges Arbeiten beim Klienten entscheidend, mach deine Form explizit.
Soll ich Behandlungspflege gesondert ausweisen?
Ja. Nenne konkret die Leistungsgruppen LG1/LG2 (Injektionen, Verbandwechsel, Katheterversorgung, Medikamentengabe). Das zeigt sofort dein Qualifikationsniveau.
Welche Weiterbildungen sind besonders wertvoll?
Praxisanleitung, Palliative Care, Wundexperte, gerontopsychiatrische Fachkraft und Hygienebeauftragte/r öffnen bessere Stellen und Gehälter. Mit Anbieter, Datum und Stundenzahl auflisten.
Wie gehe ich mit Schichtdienst im Lebenslauf um?
Benenne ihn explizit: „Drei-Schicht-System inkl. Wochenend- und Feiertagsdienst". Das signalisiert Belastbarkeit und realistische Erwartungen.