Anschreiben — der Türöffner deiner Bewerbung
Während der Lebenslauf zeigt, was du kannst, erklärt das Anschreiben, warum genau du zu diesem Job passt. Es ist das erste, was Personaler lesen — und oft entscheidet es in weniger als 30 Sekunden, ob dein Lebenslauf überhaupt angeschaut wird. Ein austauschbares "Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle" sortiert dich gnadenlos aus. Ein gutes Anschreiben dagegen macht Lust auf mehr.
Aufbau: So ist das perfekte Anschreiben strukturiert
Ein Anschreiben ist maximal eine DIN-A4-Seite lang und folgt einer klaren Struktur: Briefkopf mit Absender und Empfänger, Datum, Betreffzeile, persönliche Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schluss und Unterschrift.
Die Betreffzeile enthält die exakte Positionsbezeichnung und die Referenznummer aus der Stellenanzeige. Beispiel: "Bewerbung als Projektmanager (Ref. 2026-041)". Vermeide das Wort "Betreff:" selbst — das ist heute überholt.
- Briefkopf: Name, Adresse, Telefon, E-Mail
- Empfänger: Firma, Ansprechpartner, Adresse
- Datum: Rechtsbündig, Format 29.04.2026
- Betreff: Position + Referenznummer
- Anrede: Mit Namen des Ansprechpartners
- Einleitung: 2-3 Sätze, warum DIESE Stelle
- Hauptteil: Passgenaue Qualifikationen mit Beispielen
- Schluss: Gehaltsvorstellung & Eintrittstermin
- Grußformel + handschriftliche Unterschrift
Die Einleitung: 30 Sekunden für den ersten Eindruck
Die erste Zeile entscheidet. Standardformulierungen wie "hiermit bewerbe ich mich" gehören in den Müll. Stattdessen: zeige Bezug zur Stelle, zeige Recherche, zeige Begeisterung.
Starker Einstieg: "Ihr neuer Standort in Berlin, die flachen Hierarchien und die Rolle als Schnittstelle zwischen Produkt und Vertrieb — genau die Kombination, die ich seit drei Jahren bei der XYZ GmbH aufgebaut habe."
Der Hauptteil: Qualifikationen zeigen, nicht nur behaupten
Im Hauptteil zählen konkrete Erfolge statt Allgemeinplätze. Aus "Ich bin teamfähig und belastbar" wird: "In meinem aktuellen Projekt koordiniere ich ein 8-köpfiges Team über drei Zeitzonen und habe die Release-Zyklen von zwei auf sechs pro Jahr gesteigert."
Nutze die Struktur "Anforderung → Beleg". Lies die Stellenanzeige und adressiere die drei wichtigsten Anforderungen mit je einem konkreten Beispiel aus deiner Praxis.
Schluss: Gehalt, Termin, Call-to-Action
Im Schluss nennst du deine Gehaltsvorstellung (als Jahresbruttosumme) und den frühestmöglichen Eintrittstermin. Beides wird fast immer erwartet — wer es weglässt, verliert Punkte.
Der letzte Satz ist eine selbstbewusste Einladung, kein Bettelsatz: "Ich freue mich darauf, Ihnen in einem persönlichen Gespräch zu zeigen, wie ich die Position bereichern kann."
Häufige Fragen zu Anschreiben
Wie lang darf ein Anschreiben sein?
Maximal eine DIN-A4-Seite. Wer zwei Seiten schreibt, verliert den Leser. Lieber drei knackige Absätze als fünf schwammige.
Muss ich immer eine Gehaltsvorstellung angeben?
Nur wenn in der Stellenanzeige danach gefragt wird — dann aber zwingend. Bei Initiativbewerbungen optional.
Sehr geehrte Damen und Herren — okay oder No-Go?
No-Go, wenn der Ansprechpartner in der Anzeige steht. Dann zwingend namentlich ansprechen. Nur wenn wirklich kein Name verfügbar ist, ist die Standardformel akzeptabel.
Kurzbewerbung — Anschreiben weglassen?
Nein. Auch die Kurzbewerbung hat ein Anschreiben — nur ohne zusätzliche Anlagen wie Zeugnisse.
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