Als Friseurin bewirbst du dich in einem Beruf, in dem Saloninhaber sehr genau wissen, wen sie suchen: jemanden mit konkreten Techniken, Salon-Erfahrung und dem richtigen Gespür für Kunden. Dein Lebenslauf sollte genau das zeigen. Welche Schnitt- und Colorationstechniken beherrschst du, in welchem Salon-Typ hast du gearbeitet, und bringst du einen eigenen Kundenstamm mit? Wer das klar beantwortet, hat schon gewonnen.
So sieht ein überzeugender Friseurin-Lebenslauf aus
Das folgende Beispiel ist frei erfunden. Die Friseurin Laura Kessler ist eine fiktive Persona, kein echter Mensch. Sie zeigt, wie ein Lebenslauf für eine Stelle in einem Premium-Salon aufgebaut sein kann, und warum dieser Aufbau Sinn ergibt.
Fiktiver Muster-Lebenslauf: Friseurin Laura Kessler, erstellt mit LebenslaufHeld.
Warum dieser Lebenslauf überzeugt
Gesellenbrief mit HWK-Prüfung benannt (Ausbildungsabschluss) Friseur ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk. Die dreijährige Ausbildung endet mit einer zweiteiligen Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Laura nennt beide Prüfungsteile mit Jahr und prüfender HWK. Saloninhaber sehen so auf einen Blick, dass die Ausbildung ordnungsgemäß abgeschlossen wurde und kein Anlernverhältnis vorliegt. Quellen: handwerk.de: Berufsprofil Friseur/in · ZDH: Anlage A HwO, Nr. 38 Friseure
Techniken konkret benannt, nicht nur Haare schneiden (Branchenkonvention) Balayage, Foilyage und Ombré sind Techniken, die nicht jede Friseurin beherrscht. Laura listet sie explizit auf, statt nur von Colorationsarbeiten zu schreiben. Saloninhaber, die sich auf diese Techniken spezialisiert haben, erkennen sofort, ob sie jemanden einarbeiten müssen oder ob Laura direkt eingesetzt werden kann. Das gilt genauso für Hochsteckfrisuren und Brautstyling. Quelle: Branchenkonvention aus Friseur-Stellenanzeigen
Salon-Typ und Größe angegeben (Branchenkonvention) Ein Premium-Salon, ein Damensalon und ein Ausbildungssalon haben unterschiedliche Arbeitsweisen, Produktlinien und Kundschaft. Laura gibt bei jedem Arbeitgeber den Salon-Typ und die Teamgröße an. Das zeigt, in welchem Umfeld sie sich bewährt hat, und ob sie zum suchenden Salon passt. Für Einladungsentscheidungen ist inhaltliche Passung der am besten belegte Faktor. Quelle: Neumark (2018), Journal of Economic Literature
Produktkenntnisse sichtbar gemacht (Branchenkonvention) Viele Salons sind Markenstudio für bestimmte Pflegelinien. Wer Kerastase oder Schwarzkopf Professional kennt, kann Kunden beraten und Produkte verkaufen, ohne erst eingearbeitet werden zu müssen. Laura listet ihre Produktkenntnisse unter Kenntnisse auf, damit Inhaber nicht erst im Gespräch nachfragen müssen. Quelle: Branchenkonvention aus Friseur-Stellenanzeigen und Fachliteratur
Weiterbildungen mit Anbieter und Jahr (Branchenkonvention) Techniken wie Balayage und Brautstyling entwickeln sich weiter. Laura führt zwei Weiterbildungen mit konkretem Anbieter, Ort und Jahr auf: Schwarzkopf Academy und Friseur-Innung. Das zeigt dem Saloninhaber, dass sie aktiv an ihrem Handwerk arbeitet und aktuelle Techniken nicht nur aus der Ausbildung kennt. Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Lebenslauf richtig schreiben
Für eine Anstellung als Friseurin ist kein Meistertitel erforderlich. Der Meisterbrief ist erst für die Selbstständigkeit mit eigenem Salon Voraussetzung (HwO §1, Anlage A Nr. 38). Gesellenbrief, konkrete Techniken und Weiterbildungen sind die entscheidenden Signale im Lebenslauf.
Typische Aufgaben
Beratung sowie Damen- und Herrenhaarschnitte
Coloration, Strähnen- und Folientechniken (Balayage, Foilyage)
Dauerwellen, Glättungen und Pflegebehandlungen
Hochsteckfrisuren und Styling für Anlässe
Verkauf von Pflegeprodukten und Terminorganisation
Wichtige Hard Skills
Damen- und Herrenschnitttechniken
Colorationstechniken (Balayage, Ombré, Foilyage)
Dauerwelle, Glättung und Haarpflegebehandlungen
Hochsteckfrisuren und Brautstyling
Bartpflege und klassische Rasur (Barbier)
Gefragte Soft Skills
Kreativität und Stilgefühl
Einfühlsame Kundenberatung
Fingerfertigkeit und Genauigkeit
Belastbarkeit im Stehberuf
Verkaufstalent für Pflegeprodukte
Ausbildung & Qualifikation
Dreijährige Ausbildung als Friseur/in (HWK), häufig ergänzt um den Meistertitel oder Zusatzqualifikationen in Visagistik oder Barbier-Technik.
Beispielformulierungen für den Lebenslauf
Eigener Kundenstamm von rund 120 Stammkunden über drei Jahre aufgebaut
Spezialisierung auf Balayage und Foilyage in einem Premium-Salon
Durchschnittlich 9 Kunden pro Tag bei gleichbleibend hoher Wiederkehrquote
Häufige Fehler
Beherrschte Techniken nicht konkret benennen (nur „Haare schneiden")
Eigenen Kundenstamm oder Zusatzqualifikationen nicht erwähnen
Häufige Fragen
Welche Angaben sind im Friseur-Lebenslauf am wichtigsten?
Deine beherrschten Techniken (Schnitt, Coloration, Hochsteckfrisuren), der Salon-Typ, in dem du gearbeitet hast, und ob du einen eigenen Kundenstamm mitbringst. Genau danach suchen Saloninhaber.
Soll ich Fotos meiner Arbeiten beifügen?
Ja, das ist ein starkes Plus. Ein kleines Portfolio oder ein Link zu deinem Instagram-Profil mit Vorher-Nachher-Bildern zeigt dein Können besser als jede Beschreibung.
Wie wichtig ist der Meistertitel?
Für eine Anstellung nicht zwingend, aber ein Vorteil. Für Salonleitung oder eine eigene Selbstständigkeit ist der Meisterbrief in der Regel erforderlich.
Lohnt sich die Angabe von Zusatzqualifikationen?
Auf jeden Fall. Visagistik, Make-up, Barbier-Technik oder Extensions erweitern dein Profil und können in spezialisierten Salons den Ausschlag geben.