Als Steuerfachangestellte bewirbst du dich fast immer in einer Kanzlei, und dort liest ein Steuerberater oder eine Kanzleileiterin deine Unterlagen. Die entscheidende Frage ist: Wo liegt dein Schwerpunkt? Wer nur DATEV schreibt, sagt damit wenig. Wer konkret DATEV Kanzlei-Rechnungswesen und DATEV LODAS nennt und dazu die Mandatsgröße, gibt der Kanzlei sofort das Bild, das sie braucht. Dieser Lebenslauf zeigt, wie das funktioniert.
So sieht ein überzeugender Lebenslauf als Steuerfachangestellte aus
Das folgende Beispiel ist frei erfunden. Petra Hartmann ist eine fiktive Persona, kein echter Mensch. Sie zeigt, wie ein Lebenslauf für eine Stelle in einer Steuerkanzlei aufgebaut sein kann, und warum dieser Aufbau einen Steuerberater überzeugt.
Fiktiver Muster-Lebenslauf: Steuerfachangestellte Petra Hartmann, erstellt mit LebenslaufHeld.
Warum dieser Lebenslauf überzeugt
Staatlich anerkannte Ausbildung mit Kammerzuordnung (anerkannter Ausbildungsberuf) Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach §4 Abs. 1 BBiG; die zuständige Stelle ist die jeweilige Steuerberaterkammer. Petra nennt bei der Ausbildung nicht nur den Abschluss, sondern auch die zuständige Kammer. Das zeigt dem Personalverantwortlichen sofort, dass die Qualifikation formal geprüft und kammerweit registriert ist. Quelle: Verordnung über die Berufsausbildung zur Steuerfachangestellten (StFachAngAusbV 2023)
DATEV-Module konkret benannt statt pauschal (Branchenkonvention) In Kanzlei-Stellenanzeigen wird fast immer nach konkreten DATEV-Modulen gefragt: Kanzlei-Rechnungswesen für die Finanzbuchhaltung, LODAS oder Lohn und Gehalt für die Lohnabrechnung, Steuerprogramme für Erklärungen. DATEV ohne Modulangabe sagt nichts über die tatsächliche Einsatzbreite aus. Petra führt jedes Programm einzeln auf. Eine Kanzlei sieht auf einen Blick, wofür sie sie direkt einsetzen kann. Quelle: Branchenkonvention aus Kanzlei-Stellenanzeigen (DATEV-Modulangabe)
Schwerpunkte FiBu und Lohn getrennt ausgewiesen (Branchenkonvention) Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung sind in Kanzleien oft getrennte Referate mit unterschiedlichen Anforderungen. Wer beide Bereiche hat, aber nur einen nennt, verschenkt die Hälfte seines Profils. Petra weist für jede Station aus, was ihr Schwerpunkt war. Kanzleien mit Lohnreferat und solche mit FiBu-Fokus können beide sofort erkennen, ob sie passt. Quelle: Branchenkonvention aus Steuerkanzlei-Stellenanzeigen (Schwerpunkt FiBu / Lohn)
Mandantenzahl und Kanzleigröße als Erfahrungsbeleg (Branchenkonvention) Ob jemand 20 oder 80 Mandate eigenverantwortlich betreut hat, ist für eine Kanzlei eine wesentliche Information zur Belastbarkeit und Selbstständigkeit. Petra nennt konkrete Zahlen: rund 60 Mandate in der aktuellen Stelle, rund 180 Arbeitnehmer in der Lohnabrechnung der vorherigen. Das sind überprüfbare Signale statt Floskeln. Quelle: Branchenkonvention aus Kanzlei-Stellenanzeigen (Mandantenzahl als Erfahrungsindikator)
Steuerfachwirt-Lehrgang sichtbar platziert (Branchenkonvention) Der Steuerfachwirt ist die häufigste Fortbildung in der Branche und zeigt Entwicklungswillen sowie die Bereitschaft, anspruchsvollere Mandate zu übernehmen. Petra führt den laufenden Lehrgang unter Zertifikate auf, mit Kammer und Startjahr. Das zeigt, dass sie sich weiterentwickelt, auch wenn der Abschluss noch aussteht. Quelle: Steuerberaterkammer Berlin: Steuerfachwirt-Fortbildung
Der staatlich anerkannte Ausbildungsabschluss (geprüft durch die Steuerberaterkammer) ist die formale Voraussetzung. DATEV-Module, Schwerpunktangaben, Mandantenzahlen und Fortbildungen sind Konvention: sinnvoll und für Kanzleien entscheidend, aber keine gesetzliche Pflicht.
Typische Aufgaben
Laufende Finanzbuchhaltung und Kontenabstimmung
Lohn- und Gehaltsabrechnung für Mandanten
Erstellung von Steuererklärungen (Einkommen-, Umsatz-, Gewerbesteuer)
Vorbereitung von Jahresabschlüssen und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen
Mandantenbetreuung und Korrespondenz mit dem Finanzamt
Wichtige Hard Skills
DATEV (Rechnungswesen, Lohn und Gehalt / LODAS)
Finanzbuchhaltung und Umsatzsteuer-Voranmeldungen
Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen
Lohn- und Gehaltsabrechnung
MS Excel und Kanzleisoftware
Gefragte Soft Skills
Sorgfalt und Genauigkeit
Diskretion im Umgang mit Mandantendaten
Zahlenaffinität
Mandantenfreundliche Kommunikation
Selbstständige, strukturierte Arbeitsweise
Ausbildung & Qualifikation
Dreijährige duale Ausbildung als Steuerfachangestellte/r, häufig ergänzt um eine Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt/in oder Bilanzbuchhalter/in.
Beispielformulierungen für den Lebenslauf
Eigenverantwortliche Finanzbuchhaltung für rund 40 Mandanten unterschiedlicher Branchen
Monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung für 250 Arbeitnehmer über DATEV LODAS
Selbstständige Erstellung von Einkommensteuererklärungen und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen
Häufige Fehler
Keinen Tätigkeitsschwerpunkt setzen (FiBu, Lohn oder Steuererklärungen)
DATEV-Kenntnisse nur pauschal nennen statt der konkreten Module
Mandantenzahl und betreute Branchen verschweigen
Häufige Fragen
Wie hebe ich mich als Steuerfachangestellte im Lebenslauf ab?
Setze einen klaren Schwerpunkt (Finanzbuchhaltung, Lohn oder Steuererklärungen), nenne deine DATEV-Module konkret und belege Erfahrung mit Mandantenzahlen und Branchen.
Welche DATEV-Kenntnisse soll ich angeben?
Statt nur „DATEV" die konkreten Programme: Rechnungswesen, Kanzlei-Rechnungswesen, Lohn und Gehalt oder LODAS. So sieht die Kanzlei sofort, wo du sattelfest bist.
Sind Weiterbildungen wie Steuerfachwirt sinnvoll?
Ja, sehr. Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter zeigen Entwicklungswillen und qualifizieren für anspruchsvollere Mandate und mehr Verantwortung.
Wie wichtig ist Berufserfahrung mit bestimmten Branchen?
Relevant. Wenn du Erfahrung mit Branchen wie Gastronomie, Handwerk oder Ärzten hast, nenne sie, viele Kanzleien haben Branchenschwerpunkte und suchen genau passende Kenntnisse.